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Angststörungen

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Angst ist ein natürliches und nützliches Gefühl. Wenn es richtig funktioniert, dann bewahrt Angst uns vor schwerwiegenden Eingriffen die unser Leben bedrohen oder aus dem Gleichgewicht bringen. Das Angstgefühl ist dann gestört, wenn es zu häufig und vor allen Dingen in Situationen auftritt die nicht bedrohlich sind.
Ich persönlich würde dieses gestörte Angstgefühl jedoch abgrenzen von Reaktionen eines vegetativen Nervensystems welches aufgrund einer Posttraumatischen Belastungsstörung verändert ist. Ich glaube, diese Abgrenzung wird nicht immer, vielleicht gar nicht gemacht und doch denke ich es ist ein Unterschied in der Sichtweise und sehr wichtig zu Unterscheiden, wenn es darum geht, welche Therapie nun helfen kann.

Wenn ich Angst vor Spinnen habe, die ich durch Vermeidungstechniken ins unerträgliche gesteigert habe, dann ist das sicherlich eine Angststörung. Indem ich mich meiner Angst stelle und mich mit Spinnen beschäftige, kann ich aber trainieren, diese Angst abzubauen.
Wenn ich auf einen traumatischen Schlüsselreiz reagiere, dann wird dieser immer wieder gleich ablaufen (vielleicht wird er mit zunehmender Zeit schwächer aber die Reaktion bleibt immer dieselbe). Ich kann mich auch hier diesem Reiz und der Reaktion stellen, nur werde ich sie damit nicht los. Ich lerne lediglich sie an mir zu akzeptieren. Das liegt daran, dass bei chronischen Traumatisierungen das vegetative Nervensystem verändert ist und das in einem ganz physiologischen Sinne. Die Reaktion ist dann ehr wie ein Reflex und kann nicht unterdrückt werden mag die Anstrengung auch noch so groß sein.

Im ersten Fall könnte eine Verhaltenstherapie sehr nützlich und hilfreich sein, während sie im zweiten Fall kaum Chancen hat zu gelingen. Im zweiten Fall ist sicherlich eine Traumatherapie angebracht.

Ich füge das hier ein weil eine solch traumatische Störung nicht selten mit einer Angststörung verwechselt wird. Es kann auch beides vorliegen, aber es ist wichtig die beiden auseinander zu halten. Wenn es um Angststörungen geht, dann ist ein wesentlicher Faktor für die Entstehung, Aufrechterhaltung und Vertiefung die Angst vor der Angst selbst. Menschen mit Angststörungen leben in der ständigen Erwartung in bestimmte Angstsituationen hinein zu geraten. Als folge davon wird der Betroffene immer mehr versuchen diese Angstsituationen zu vermeiden, doch das vermeiden von vermeintlichen Angstsituationen führt nur noch mehr dazu, dass die Welt als bedrohlich angesehen wird. Es entsteht eine Spirale die den Menschen immer mehr in seine Angst hinein zieht.

Körperliche Symptome die bei Angst beobachtet werden können sind zum Beispiel:

Herzklopfen, Schweißausbrüche, Atemnot, Schwindel, Ohnmachtsgefühle, Benommenheit

Gefühlssymptome sind zum Beispiel:

das Gefühl die Kontrolle zu verlieren, das Gefühl ausgelifert zu sein und nicht mehr Handlungsfähig, angestrengte Suche nach Absicherung und Hilfe, unablässiges Sorgen und Kreisen der Gedanken an das was alles passieren könnte (auch hier Vorsicht: unablässige Gedankenkreisel können auch auf traumatische Belastung hinweisen)

Man unterscheidet unterschiedliche Formen von Angststörungen:

Agoraphobie

Viele kennen diesen Begriff als „Platzangst“ aber eigentlich bedeutet er mehr als das. Die Agoraphobie ist eine Angst vor umschriebenen Situationen. Der Betreffende hat große Angst, die Situation nicht oder nur sehr schwer verlassen zu können und in ihr gefangen zu sein, es stellt sich das Gefühl ein, dass keine Hilfe da ist oder alles sehr peinlich wäre, wenn die Situation verlassen wird. Er fühlt sich also im weitesten Sinne in seinem Handlungsspielraum eingeschränkt und blockiert. Besonders stark treten diese Ängste dann auf, wenn der Betreffende sich von einem Ort entfernt, den er für sich als sicher definiert (z.B. von der Wohnung auf einen öffentlichen Platz gehen) oder aber wenn er sich in seiner Bewegungsfreiheit in irgendeiner Weise eingeschränkt fühlt.

Panik

Plötzlich ausbrechende schwere Angstattacke. Diese Attacken sind nicht auf bestimmte Situationen oder Umstände beschränkt, sondern kommen völlig unvorhersehbar. Hier kann man wieder Abgrenzen zu traumatischen Schlüsselreizen, die auch eine Panikattacke auslösen können. Hier ist aber die Panik sehr zielgerichtet und auch oben schon erwähnten Gründen immer wieder wiederholbar. Bei einer Panikstörung bricht die starke Angst aus heiterem Himmel über den betroffenen herein.

soziale Angst

Hier entsteht die Angst in Situationen in denen der Betroffene im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Hierbei muss es sich noch nicht mal um die Aufmerksamkeit einer großen Menschenmenge handeln, sondern die Angst kann schon allein durch den Gedanken an die Aufmerksamkeit einer einzelnen Person die auf den Bereffenden gerichtet ist ausgelöst werden. Wie bei allen Angststörungen greift auch hier sehr stark die Angst vor der Angst. So wird es zunehmend schwerer in der Öffentlichkeit zu sprechen, schreiben, essen, da der Betreffende sich ständig sorgen darüber macht, es könnte ihn jemand dabei sehen oder hören. Auch hier ist die Strategie häufig die Situationen zu vermeiden die zu Erröten, Händezittern, Übelkeit und ähnlichem führen können.

zielgerichtete Ängste

Dies ist eine große Gruppe von Ängsten die sich auf fest umschriebene Objekte oder Situationen bezieht, so wie die Angst vor bestimmten Tieren, vor Dunkelheit, vorm Fliegen.

Alle diese Ängste können sich untereinander vermischen und komplexe Strukturen ausbilden. Nicht behandelte Angststörungen können eine Reihe anderer Störungen nach sich ziehen. Die Lebensqualität wird durch eine Angststörung erheblich beeinträchtigt. Viele ziehen sich zurück, isolieren sich von der Gemeinschaft mit anderen. Die Fähigkeit Arbeit zu verrichten wird immer mehr eingeschränkt. Aufgrund dieser schwerwiegenden Eingriffe in das eigene Leben kann es in Folge zu Suchterkrankunen, Partnerschaftsproblemen, Depressionen und Selbstmordgedanken kommen.

 



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