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Depressionen sind eine schon sehr lange bekannte Krankheit die sich in sehr unterschiedlichen Symptomen äußern kann und ebenso unterschiedliche Gründe haben kann. Alle Depressionen entstehen zwar aus körperlichen und seelischen Ursachen, allerdings ist der Anteil der einen oder anderen Ursachen je nach Person unterschiedlich.
körperlich ausgelöste Depressionen:
Depressionen können durch bestimmte Erkrankungen ausgelöst werden. Zu diesen Erkrankungen gehören bestimmte Hirnerkrankungen, Herz-Kreislaufstörungen, eine Reihe von Stoffwechselerkrankungen, Infektionen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder auch Vergiftung.
manisch-depressive Störungen:
Der Betroffene wechselt Phasen in denen er übertrieben, nicht selten fast zwanghaft Aktivitäten nachgeht mit Phasen dumpfer, passiver Zurückgezogenheit mit den typischen Symptomen für depressives Verhalten.
lebensgeschichtlich bedingte Depressionen oder depressive Reaktionen auf einschneidende Ereignisse:
In besonderen Lebenslagen und in Lebenskrisen kann es vorübergehend zu depressiven Störungen kommen. Zum Beispiel kann jemand nach dem Verlust einer geliebten Person eine Blockade seiner Trauerfähigkeit erleben, so dass depressive Symptome auftreten. Auch länger anhaltende Selbstentfaltungsblockaden (z.B. bei Langzeitarbeitslosigkeit) können zu Depressionen führen.
chronische Depression:
Wenn auf Dauer depressive Symptome vorhanden sind, die sich nicht oder kaum verbessern oder entwickeln handelt es sich um eine chronische Depression.
begleitende Depression:
Depressionen sind nicht selten Symptombegleiter von ganz anderen Störungen und Krankheiten wie beispielsweise Traumatisierungen, Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen und ähnlichem. Es gibt einige Menschen die zum Therapeuten gehen um sich mit ihrer Depression behandeln zu lassen, wobei sich nach einiger Zeit herausstellt, dass die Depression die eigentlich Erkrankung verdeckt.
Weitere psychische Störungen bei denen depressive Verstimmungen zusätzlich auftreten können sind, Zwangsstörungen, somatische Beschwerden, Drogen-/Alkoholmissbrauch, Essstörungen, Psychosen und noch andere.
Körperliche Erkankungen die mit depressiven Verstimmungen einher gehen können sind zum Beispiel Hormonstörungen, bestimmte Infektionskrankheiten die das Gehirn betreffen, Rheumatische Erkrankungen, Vitaminmangelzustände (besonders Mangel an B-Vitaminen), neurologische Erkrankungen, schwere Herz- und Lungenkrankheiten, sowie Tumore.
Medikamente die mit depressive Verstimmungen als Nebenwirkung haben könnten sind besonders Schmerzmittel, Antibiotika, Anti-Epileptika, Herzmittel, Psychopharmaka, Antihypertensiva.
Symptome bei Depressionen sind zum Beispiel:
Die Stimmung ist niedrig oder sogar Dunkel, ständige Müdigkeit und Lustlosigkeit, Verlust an Appetit, Reaktion und Denkvermögen sind Verlangsamt, der Betreffende empfindet das Leben als Sinnlos und sieht keine Perspektiven, das Selbstwertgefühl ist stark angegriffen und herabgesetzt. Depressionen können sich jedoch auch hinter körperlichen Beschwerden verstecken, wer ständig mit Kopf- und Rückenschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen hat, obwohl dafür physiologisch keine Indizien da sind, der könnte seine Depression in dieser Weise äußern. Nicht selten ist auch das Ausscheidungs- und Sexualverhalten gestört und herab gesetzt. Je nachdem wie sehr die Depression in die Lebensumstände und die Lebensqualität eingreift kann eine Therapie oder sogar ein Klinikaufenthalt sehr hilfreich sein.
Folgenden Formen der Depression sind laut ICD 10 zu unterscheiden:
Depressive Episode (F 32)
Eine depressive Episode ist eine Phase mehr oder weniger ausgeprägter Depressivität. Die Betroffenen leiden für mindestens zwei Wochen unter gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und einer Verminderung des Antriebs. Die Verminderung der Energie führt zu erhöhter Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung. Weitere häufige Symptome sind: Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Gefühle der Wertlosigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken, Schlafstörungen und verminderter Appetit.
Die gedrückte Stimmung ändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert meist nicht auf die jeweiligen Lebensumstände, kann aber charakteristische Tagesschwankungen aufweisen. In einigen Fällen stehen zeitweilig Angst, Gequältsein und motorische Unruhe mehr im Vordergrund als die eigentliche Depressivität. Die Stimmungsänderung kann durch zusätzliche Symptome wie Reizbarkeit, exzessiven Alkoholgenuss, histrionisches Verhalten, Verstärkung früher vorhandener phobischer oder zwanghafter Symptome oder durch hypochondrische Grübeleien verdeckt sein.
Bei manchen depressiven Episoden stehen körperliche Beschwerden im Vordergrund. Zu diesen zählen typischerweise: Interessenverlust oder der Verlust der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten, mangelnde Fähigkeit, auf eine freundliche Umgebung oder freudige Ereignisse zu reagieren, frühmorgendliches Erwachen, ein Morgentief, motorische Hemmung (Verlangsamung) oder Agitiertheit (Unruhe), Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust.
Rezidivierende depressive Störung (F 33)
Von rezidivierenden depressiven Störungen spricht man, wenn wiederholte depressive Episoden auftreten. Die einzelnen Episoden dauern unbehandelt zwischen 3 und 12 Monaten. Zwischen den Episoden ist die Besserung meist vollständig. Die einzelnen Episoden werden (insbesondere in der frühen Phase der Erkrankung) durch belastende Lebensereignisse ausgelöst. Einzelne Episoden und wiederkehrende Depressionen treten in den meisten Kulturkreisen bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern auf.
Dysthymia (F 34.1)
Bei der Dysthymia oder Dysthymie handelt sich um eine anhaltende, leichtere Form der depressiven Verstimmung, die durch Phasen des Wohlbefindens unterbrochen sein kann. Typischerweise klagen die Betroffenen jedoch über monatelang anhaltende Müdigkeit und Depressivität; alles ist für sie eine Anstrengung, nichts wird genossen. Sie grübeln und beklagen sich, schlafen schlecht und fühlen sich unzulänglich, sind aber in der Regel aber noch fähig, mit den wesentlichen Anforderungen des täglichen Lebens fertig zu werden.
Postpartum-Depression ("Wochenbettdepression"; F 53.0)
Die häufig nach der Entbindung auftretenden Verstimmungen können das Ausmaß einer depressiven Episode annehmen. Man spricht dann von einer Pastpartum-Depression.
Organische affektive Störungen (F 06.3)
Wenn depressive Episoden Folge einer körperlichen Erkrankung (etwa bestimmten Gehirnerkrankungen) sind, spricht man von organischen Depressionen.
Anpassungsstörungen (F 43.2)
Auch nach belastenden Lebensereignissen kann es zu depressiven Reaktionen kommen. Typische Beispiele für solche depressiven Anpassungsstörungen sind depressive Verstimmungen, die sich nach der Mitteilung schwerwiegender Diagnosen (z.B. Krebs) oder nach einschneidenden Lebensveränderung (z.B.
Tod des Partners) einstellen.
Sonstige Affektive Störungen (F 38)
Wenn sich eine ernsthafte depressive Verstimmung keiner der genannten Kategorien zuordnen lässt, bleibt die Möglichkeit, sie als Sonstige affektive Störung zu diagnostizieren.


