Wer zum ersten mal mit dem Gedanken spielt eine Therapie zu machen ist nicht selten etwas überfragt, wie das denn nun funktioniert und was zu tun ist. Hier ist eine kleine Anleitung was du tun kannst um zu einer Therapie zu kommen, am besten einer die dir dann auch weiter hilft:
- Denke eine Zeitlang darüber nach, was eine Therapie bei dir bewirken soll, was für Ziele du mit dieser Therapie verfolgst. Wenn Du magst, kannst du hierzu auch noch einmal den Abschnitt „Wie finde ich die richtige Therapie für mich?“ durchgehen.
- Überlege dir für die Ziele, welche Art von Therapie für dich in Frage kommen könnte. Das hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab. Manche Therapien (und auch Therapeuten je nach Ausbildung) werden Beispielsweise nicht von der Krankenkasse unterstützt, können sich aber trotzdem als richtig für dich anfühlen und dir sehr gut weiterhelfen. In diesem Fall kann es erst einmal ein Ziel werden herauszufinden, wie du diese Therapie (vielleicht trotz Geldmangel) finanzieren kannst. Sich von vorneherein nur auf die Krankenkasse als erstes Kriterium zu stützen ist nicht immer sinnvoll. Es kann dir dann passieren, dass du die Zeit, die dir die Krankenkasse bezahlt, in einer Therapie und/oder mit einem Therapeuten verbringst, der dir gar nicht weiterhelfen kann. Denk daran: Es ist etwas, dass du für dich tust. Nur für dich, lass es daran nicht scheitern, in dem du es für nicht so wichtig hältst. Ekindas machen das ganz „gerne“: die eignen Belange, und seien sie noch so existentiell nicht so wichtig nehmen wie die der anderen, selbst wenn diese viel Belangloser sind.
- Gehe auf die Suche nach einem geeigneten Therapieplatz. Es ist ganz wichtig, dass das Hinkommen zu dem Ort an dem die Therapie stattfindet keine zu große Belastung wird. Oft ist es so, dass gerade Kassentherapeuten lange Wartezeiten haben. Sie haben nur beschränkt Stunden in der Woche zur Verfügung und ihre Klienten/Patienten kommen über lange Zeiträume regelmäßig meist wöchentlich. Bei nicht Kassentherapeuten bekommt man in der Regel schneller einen Termin und ist auch in der Terminwahl flexibler. Ich mache es zum Beispiel so, dass ich im Schnitt zwei Mal im Monat hingehe, also etwa alle zwei Wochen. Öfters hinzugehen, könnte ich mir nicht leisten, seltener hinzugehen wäre nicht sinnvoll, weil die Termine dann zu weit auseinander liegen. Ich habe eigentlich noch einiges an Zeit, die die Krankenkasse bezahlen würde, aber ich habe einen Platz gefunden für den ich guten Gewissens das Geld im Monat zusammen kratze (siehe Punkt 2).
- Wenn du jemanden gefunden hast, machst du einen ersten Termin aus. Das kann per Telefon oder heut zu Tage nicht selten auch per Email geschehen. Wenn du dich für einen nicht-Kassentherapeuten entschieden hast, ist es wichtig, dass du bereits hier schon fragst, was das erste Beratungsgespräch und was die einzelne Sitzung kostet. So kannst du Abschätzen, ob das für dich so in Ordnung ist. Wenn du aufgeregt bist bevor du anrufst, schreibe dir zuerst einen Zettel mit Stichpunkten, was du alles vor dem Termin wissen möchtest und nimm ihn dann mit zum Telefon. Es kommt ja nicht selten vor, dass man auflegt und dann fallen einem all die Dinge ein die man unbedingt fragen wollte, die man aber vor Aufregung glatt vergessen hat.
- Du hast einen ersten Termin. Dieser erste Termin ist so etwas wie ein Beratungsgespräch und ein erstes Kennenlernen. Wenn du einen Platz hast, der von der Krankenkasse bezahlt wird, musst Du deine Chipkarte mitbringen. Bei nicht-Kassentherapeuten bezahlst du einen bestimmten Betrag (meist per Rechnung, aber das wird dir dann schon gesagt). Der Betrag für das erste Beratungsgespräch ist in der Regel geringer als später eine Sitzung kosten wird.
- An das Beratungsgespräch schließen sich vier bis fünf Probetermine an. Diese Termine dienen dir und dem Therapeuten dazu heraus zu finden, welche Ziele du mit der Therapie verfolgst, ob der Therapeut dir dabei helfen kann, ob du vielleicht in deinem aktuellen Zustand besser in einer Klinik aufgehoben bist und ob ihr überhaupt eine Vertrauensbasis zueinander herstellen könnt. Bei einem Kassentherapeuten wird dann in aller Regel nach diesen fünf Terminen erneut deine Chipkarte notwendig, da die fünf-Probesitzungen und die daran anschließenden Therapiesitzungen gesondert abgerechnet werden. Ab diesem Zeitpunkt, musst du dann wie beim Arzt Quartalsweise die Chipkarte mitbringen.
Möglichkeiten nach einem Therapeuten zu suchen:
- Telefonbuch und Gelbe Seiten:
Die Gelben Seiten sind dem Telefonbuch definitiv vorzuziehen, weil dort die meisten Inserenten direkt dazu schreiben, was genau sie machen. Du erfährst in den Gelben Seiten also bei einigen schon welche Arten von Therapien sie anbieten, vielleicht findest du sogar eine Internetadresse die du dir angucken kannst um dir im vorhinein ein Bild zu machen. Falls du dir jemanden heraussuchst, bei dem nicht viel steht, ist die einzige Möglichkeit oft nur, dort anzurufen und zu fragen worauf sich die Therapeuten spezialisiert haben. Ich bin zwar nicht für Geheimniskrämerei aber ich würde lieber Fragen: „Welche Arten von Therapien bieten sie an und welche sind ihr Schwerpunkt.“ (Falls du mit der Antwort nicht viel anfangen kannst, frag’ nach was es damit auf sich hat. So viel Zeit muss sein.) Als: bieten sie auch diese Art von Therapie an. Zu schnell sind manche Therapeuten dabei einfach ja zu sagen, nach dem Motto: „Ich kann das alles Behandeln.“ Aber: jemand der sich auf das spezialisiert hat, was du suchst, kann dir viel differenzierter und effektiver helfen, als jemand der irgendwelche Universalien anwendet. Manchmal kann das sogar schief gehen. Ein Verhaltenstherapeut zum Beispiel kann bei einem posttraumatischen Belastungszustand nur wenig machen. Weil Verhaltensmuster die auf einem Trauma basieren sich nicht wegtrainieren lassen. Das ist diesem Therapeuten manchmal aber auch selbst nicht klar, eben weil er sich eventuell nicht wirklich mit Traumata auskennt. Da mag er noch so gut sein, wenn es um Dinge geht die sich tatsächlich wegtrainieren lassen, er ist in diesem Fall nicht geeignet. - Internet:
Eine Möglichkeit besteht darin über www.google.de nach einem Therapeuten zu suchen. Hierzu musst du ungefähr wissen was du möchtest. Das heißt du gibst zum Beispiel folgendes in die Suchmaske ein:
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- Therapieform (z.B. Traumatherapie)
- Therapieort (z.B. Hamburg), wenn der Ort in dem du Wohnst zu klein ist, überlege dir, welche kleineren und größeren Städte bei dir in der Umgebung sind, die du gut erreichen kannst und suche dort
- du kannst auch ein bestimmtes Symptom oder ähnliches eingeben (zusätzlich oder anstatt der Therapieform) (z.B. PTBS, Depression)
Alle diese Stichpunkte verbindest du mit einem + . Normalerweise bekommst du ja unheimlich viele Suchergebnisse (oder keine), so dass du noch einmal die Begrenzung durch einen zusätzlichen Begriff enger ziehen kannst. Unter der Überschrift, steht meistens ein kleiner Text der in der unmittelbaren Nähe zum Suchwort steht. Wenn es sich bei dem gefundenen Begriff um eine Internetseite eines Therapeuten oder einer Linksammlung zu Therapeuten befindet wirst du dort irgendwo einen Namen finden. Das ist ein guter Hinweis, dem du folgen solltest. Ich habe mal einige Eingaben getestet. Es gibt einige Linksammlungen zum Thema Therapeuten, darunter auch solche auf denen sich in meinen Augen doch recht fragwürdige Therapeuten tummeln, weil sich ja auch jeder überall eintragen darf. Hier besser erst mal lesen, was zu diesen Personen dasteht, was sie für eine Ausbildung hatten und was sie anbieten. Auch was sie außer der Therapieform, die du gesucht hast anbieten. Ich habe nichts gegen Esoterik oder irgendetwas in der Art aber ich wäre zumindest vorsichtig vor all zu windig-esoterisch klingenden „Lebenshelfern“.
Eine zweit Möglichkeit ist die Suche über die großen Portale. In erster Linie wird hier immer die Psychotherapiesuche genannt, die du unter folgendem Link verwenden kannst. http://www.psychotherapiesuche.de/Suchen.asp
wenn du noch andere Therapeutensuchportale kennst, freue ich mich, wenn du sie mir per Email sendest, dann kann ich sie hier einfügen.


