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Gedanken zu Träumen

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Träume können zwar auch dazu dienen, am Tage erlebtes zu reflektieren, aber das ist nur ein kleiner Zipfel dessen, was sie Dir wirklich schenken können. Es gibt eine Menge unterschiedlicher Träume schon allein deshalb, weil uns ein Haufen mehr Informationen zur Verfügung steht, als wir gleichzeitig mit unserem Gehirn verarbeiten können oder auch wollen. So müssen wir also auswählen, welche Informationen wir gerade bekommen wollen. Dies tun wir auch, ob wir das nun wissen oder nicht. Wenn wir es aber wissen, dann haben wir auch die Wahl uns das zu nehmen, was wir gerade brauchen, was wir uns wünschen, wonach wir uns sehnen. Es gibt sicherlich ganz viele verschiedene Träume, ein paar Beispiele davon sind:

reflektierende Träume

Das sind die Träume in denen wir Dinge verarbeiten, die uns am Tage begegnet sind, mit denen wir uns gedanklich beschäftigt haben oder die uns irgendwie sonst wichtig sind. Diese Träume sind dazu da, unsere Realität zu erweitern. Wir können hier Dinge zu ende führen, die wir im Wachbewusstsein liegen gelassen haben. Interessanterweise kann man auch Dinge im Wachbewusstsein zu Ende führen, die man im Traum begonnen hat. Träume sind keine Illusionen oder Hirngespinste, sondern ein etwas anderer Zipfel der Realität den man verneinen, leugnen oder herunterspielen kann. Aber das ändert nichts an den Träumen. Das was wir in unseren Träumen tun, wirkt auf unsere Wachwelt, ebenso wie unsere Wachwelt auf unsere Träume wirkt.

präkognitive Träume

Das alte Problem mit der ‚Vorschau’ auf noch kommende Dinge ist die Frage nach dem freien Willen. So kann man berechtigterweise Fragen: ‚Wenn etwas in der Zukunft schon fest steht, so dass ich es voraussehen kann, habe ich dann noch eine Chance es anders zu machen?’ Das ist sicherlich die logische Vorgehensweise aber es ist möglich die Situation von einer gänzlich anderen Seite zu sehen. Diese andere Seite lässt sich nicht erklären, weil sie eben nicht so logisch ist, aber sie lässt sich durchaus erfahren. Der mittelalterliche Mystiker Meister Eckhardt hat gesagt: ‚Wenn die Seele etwas erfahren will, so wirft sie einen Schatten der Erfahrung vor sich und tritt in ihr eigenes Bild ein’. Mit dem was wir wünschen, denken und hoffen, formen wir unsere Welt. Auch mit dem was wir träumen. So kann ein Traum deshalb ein Vorbote sein, weil er wie ein Sender funktioniert, der unsere Vorstellungen und Gedanken in die Realität projiziert und sie dadurch verwirklicht. Das ist kein Geheimnis.

Albträume

Albträume treten häufig auf, wenn sich Dinge in unserem Leben gravierend verändern und wenn unser Leben eine neue Richtung bekommt. Mir fällt dazu immer der indische Gott Shiva ein. Er zertanzt die alte Welt auf dem Rücken eines Dämons und schafft damit Platz für die neue Welt.
Ständig wiederkehrende Alpträume treten auch oft im Rahmen von Angststörungen, Traumata und ähnlichem auf. Sie sind wie Fieber, keine Krankheit, sondern eine reinigende Körperfunktion. In dem Moment wo es nicht mehr nötig ist Alpträume zu bekämpfen, sich dafür zu schämen oder sich Sorgen darum zu machen, können sie eine starke umwandelnde Kraft entfalten und uns von alten Strukturen befreien. Es ist heilsamer Alpträume anzunehmen und ihnen eine Daseinsberechtigung zuzusprechen. Du wirst feststellen, dass sie dadurch schneller und gründlicher wieder gehen und Dich ein Stück weit gereinigt und mit mehr Erfahrung und Stärke zurück lassen. Wenn Du eine Phase durchlebst, in der Du viele und starke Alpträume hast, sei besonders gut zu Dir. Versorge Dich wie jemanden der Fieber hat und dieses durchleben muss um seine Abwehrkraft und Gesundheit zu stärken.

Innere Träume:

Innere Träume gleichen den reflektierenden Träumen in einer bestimmten Art, obwohl sie auf den ersten Blick völlig fern der Wirklichkeit sind. Charakteristisch ist, dass sie häufig sehr symbolträchtig sind und uns im Wachbewusstsein wie Fantasy, Sience Fiction oder eine surreale Collage vorkommen. Sie scheinen nicht von dieser Welt zu sein. Unsere innere Welt verfügt über mehr Dimensionen und in ihr geschieht die Verarbeitung von Wissen, Eindrücken und Erfahrungen viel schneller. Wenn dies Dinge dann in unser Wachbewusstsein und in Raum und Zeit übersetzen werden, wirken sie eventuell verzerrt oder skurril. Das liegt daran, dass die Ausdrucksmöglichkeiten die wir im Wachbewusstsein zur Verfügung haben nicht so vielfältig sind, wie die der inneren Ebene. Gerade hierin liegt eine Chance zur Entwicklung der Kreativität und Phantasie.

Über das Träumen

Menschen Träumen sicherlich schon seit Anbeginn der Zeit. Man kann das auch anders herum sehen: vielleicht haben sich die Menschen ja auch ins Leben geträumt?! Es gibt eine große Anzahl von Mythen, Bräuchen und auch philosophischen Ansätzen welche die große Bedeutung des Traumes für die Menschen aufzeigen.

Mandalaträume

Jung wählte den Begriff Mandala für eine bestimmte Art von Träumen. Er ging von der ursprünglichen Bedeutung des Mandalas, als rituellem oder magischen Kreis aus, der dem Zweck der Kontemplation diente. Dabei werden die Mandalas in den östlichen Religionen keinesfalls nur gezeichnet oder gemalt, sondern besonders auch in einer Form des Yoga (dem Yantra) mit dem Körper geformt. Das wahre Mandala ist in diesen Traditionen ein inneres, geistiges Bild der Zentrierung, welches nur durch Imagination allmählich im Geist konstruiert wird, und zwar dann, wenn das seelische Gleichgewicht verloren gegangen ist oder wenn ein gesuchter Gedanke nicht aufgefunden werden kann. Kein wirkliches Mandala ist gleich einem anderen jemals erdachten Mandala, es ist einzigartig, wie alles in unserem Universum. Mandalas gehören ( wie auch Träume ) zu dem ältesten Erbe der Menschheit. Im kultischen Gebrauch ist in der Mandalamitte oft eine Figur zentriert. In den östlichen  Religionen der Gott Shiva, öfters noch in eng umschlungener Umarmung mit der Göttin Shakti, oder aber Buddha, Amitabha etc. Wesentlich ist, dass all diese Zeichen Symbole  für die gesammelten, göttlichen Kräfte sind, sowohl die schöpferischen als auch die zerstörerischen. Jung geht davon aus, dass die Mandalasymbole aus Visionen und Träumen entstanden sind. Für Jung spiegelt die zentrale Bedeutung der Mandalasymbole  das psychische Persönlichkeitszentrum, welches er mit dem ‚Ich’ gleichsetzt. Er warnt davor, Mandalas einfach zu ‚stehlen’, weil sie so ihren Zweck verfehlen. Andere Mandalas zu adaptieren bedeutet dem eigenen inneren Mandala davon zulaufen. Jung sieht hier den fehlenden Glauben daran, dass aus der eigenen Seele irgendetwas nützliches kommen könnte. Mandalas in Träumen kommen vor als Kreise in irgendeiner Form ( beispielsweise träumt jemand ständig im Kreis zu laufen), als symmetrische Blumen, Kugeln, Globen, Uhren, ein Schiff dass auf See den Weg nicht findet, aber weiß, dass der richtige Ort in der Mitte ist, ein runder Kuchen der auf den Tisch gestellt wird, und der abkühlen muss etc.

 

 

Der Schamane als Reisender zwischen den Welten

 

Für den Schamanen ist die Seele ein feinstoffliches Gebilde welches sich in Traum und Trance auf eine transzendente Reise begibt.


bild2In einem PukaPuka-Mythos(Karibik) heißt es:
Als die Götter den Menschen von dem Gott Mataliki entspringen ließen, scheuten sie sich, seiner Seele vollkommene Bewusstheit zu geben, denn wenn sie erst einmal den Körper verlassen und sich ganzer Bewusstheit erfreuen würden, käme sie nie mehr zurück und der Körper würde überflüssig werden. Deshalb gingen die Götter sicher, dass die Seele die Welt nur in einer nebelhaften Weise wahrnehmen würde, dass sie sich vor Tageslicht fürchten und so die Welt immer nur im Schutze der Dunkelheit sehen könnte.
Schamanen und Medizinmänner sehen die Welt jenseits der Zeit und Kausalzusammenhänge. Sie überspringen Räumlichkeit telepathisch und verbinden sich zu einer Einheit mit dem Kosmos um sie herum. Um das Bewusstsein vom Körper zu befreien, bringen sich Schamanen bewusst in Todesnähe. Die Nah-Toderfahrung verkörpert für den Schamanen eine Umwandlung und eine Quelle von Offenbarungen, denn er kehrt aus ihr mit Ratschlägen und Botschaften der verstorbenen Ahnen wieder. Oft ist der erste Abstieg in die Unterwelt oder der Aufstieg in den Himmel eine Initiationserfahrung. Jedoch bedeutet diese Art der Erweiterung auch eine große Erweiterung des eigenen Leidens, denn die für Momente befreite Seele muss schließlich in ihren begrenzen Körper zurück. In unseren Breitengraden reagieren die Menschen mit Nah-Toderfahrung oft mit einer radikalen Veränderung ihrer Lebensführung. Ich will hier nicht näher auf Nahtoderfahrungen eingehen, da es hier eigentlich um Träume im weiteren Sinn geht aber ich möchte gerne zeigen wie sehr das Bewusstsein auf solche Erfahrungen reagiert. In den allermeisten Fällen werden diese Erlebnisse nämlich als gravierender, aber dennoch wunderschöner Einschnitt in das Leben erfahren. Die ‚Patienten’ oder auch Anhänger eines Schamanen, gehen ihrerseits meistens nicht bis zur Nah-Toderfahrung ( da sie hierfür nicht die ausreichende Geisteskraft besitzen und sehr wahrscheinlich nicht wiederkommen würden, weil sie keine Notwendigkeit darin sehen ihren Körper weiter zu bewohnen ), sondern begeben sich in Trancezustände (oft durch Trommeln,Tanz und/oder Rauschmittel ) die dem Traum sehr ähnlich sind. Aber auch aus dieser (leichteren) Erfahrung der feinstofflichen Welt vermögen sie ihre Bewusstseinserweiterungen zu ziehen und dabei Erfahrungen zu sammeln.

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