Es ist nicht nur möglich sich an seine Träume zu erinnern. Du kannst ebenso lernen deinen Träumen eine gewisse Richtung zu geben und mit ihnen zu experimentieren. Mit Träumen zu experimentieren ist eine sehr fruchtbare Angelegenheit die mich sehr viel über mich selbst gelehrt hat und mir sehr viel gegeben hat.
Lasse zwischen den Experimenten auch immer wieder Nächte verstreichen in denen Du nicht versuchst deine Träume in eine Richtung zu steuern, sondern in denen Du einfach nur beobachtest was von allein zu Dir kommt. Du wirst feststellen, dass dein spontanes, ungelenktes Traumleben durch die Traumspiele bereichert wird und dass deine Träume an Ausdrucksstärke und Tiefe gewinnen.
Wie funktionieren Traumexperimente?
Wenn Du Dich hingelegt hast, versuche zur Ruhe zu kommen. Unterdrücke nicht die Gedanken die Dir kommen, schenke ihnen aber auch keine Beachtung. Es sind nur Gedanken. Wenn die Gedanken Dich zu sehr beschäftigen oder Du zu unruhig bist kannst Du auch Übungen versuchen die ich unter Meditationen angegeben habe um den Gedankenkreisel zur Ruhe zu bringen.
Wenn Du zur Ruhe gekommen bist, stelle Dir vor Du bist eine Welle. Beim einatmen baut sich diese Welle auf wird größer und auf dem höchsten Punkt kippt sie von einatmen auf ausatmen und wird wieder ganz klein bis sie ganz flach auf dem Meer liegt. Nach einer Zeit bist Du dann tief entspannt und bereit für das Experiment. Es gibt nun zwei Möglichkeiten:
- Du sprichst zu deiner inneren Person und bittest sie die Situation die Du ihr ausmalst anzunehmen. Das fühlt sich ein bisschen so an als wenn Du eine Bestellung bei Dir selbst machst. Sage Dir was Du möchtest und vertrau darauf, dass es geschieht, es sind deine Träume, sie gehören Dir und Du kannst damit machen was Du möchtest.
- Stelle Dir den Inhalt des Experimentes genau vor.
Halte Dich nicht zu lange daran fest. Wenn Du eine der Möglichkeiten eine Weile durchgeführt hast, lasse sie einfach los. Wenn Du dabei einschläfst machst Du dies schon automatisch.
Möglichkeit 2 eignet sich besonders für Menschen die gerade erst entdecken, dass sie ihren Träumen nicht ausgeliefert sind. Möglichkeit 1 bedarf vielleicht etwas mehr Übung im Vertrauen auf sich selbst, aber sie ist freier in ihrer Gestaltung, da Du den Traum nicht durch konkrete Vorstellungen vorwegnimmst.
Du kannst Dir diese Experimente selbst ausdenken. Es ist ganz leicht. Betrachtet es als Möglichkeit Dinge auszuprobieren die Dir im realen Leben nicht möglich sind, an Orte zu reisen an denen Du gerne wärest oder jemand/etwas zu sein um Erfahrungen damit zu machen. Auch an diesen Erfahrungen wächst die Seele.
Bilderausstellung
Du bist in einer Galerie. Dort werden deine Bilder ausgestellt. Du hast diese Bilder nicht mit Pinsel und Leinwand gemalt. Die Bilder bilden vielmehr einzelne Aspekte von Dir ab. Gehe zu einem Bild und schaue es Dir an. Dieses Bild wird lebendig und Du bist auf einmal mitten darin. Beobachte was geschieht, was Du dort tust, wer oder was Du bist, wie Du Dich fühlst. Es ist ratsam sich nur ein Bild pro Nacht anzusehen. Manchmal kommt es hierbei zu einer Traumserie, d.h. Du träumst mehrere Nächte hintereinander, dass Du in der Galerie bist und Dir jedesmal ein anderes Bild ansiehst.
Spiel mit den Elementen
- Stein: Du bist ein Stein. Am Anfang bist Du Teil eines großen oder kleineren Berges oder Du bist Bestandteil einer Erdplatte unter dem Ozean, welche irgendwann nach oben geschoben wird und dann zum Gebirge oder zur Insel wird. Du brichst von deinem Felsen ab und rollst..wohin? Ins Meer? In eine Geröllwüste? Vielleicht findet Dich jemand der Dich als Werzeug, Waffe, Talisman, Schmuckstück gebraucht? Als was vergehst Du? Als Sandkorn in der Wüste? Als jahrtausende alter Brocken welcher durch Wind und Wetter zu einer ungewöhnlichen Form geschliffen wurde? Vielleicht verwendet eine Spinne Dich als Eingangstür für ihre Falle oder eine Eidechse sonnt sich auf Dir? Als Stein hast Du tausende von Jahren Zeit. Fühle wie sich alles um Dich herum verändert und wie Du Dich im Vergleich dazu veränderst.
- Wasser: Du bist Wasser: Wieviel? Beginne auch hier eine Reise durch die Zeit, durch Wolken und Erde, durch Körper und Zellen, vielleicht wirst Du getrunken oder von einer Pflanze durch ihre Wurzeln aufgenommen?
- Erde: Du bist Erde. Was wächst aus Dir hervor? Welche Schätze verbirgst Du? Wer bewegt sich über Dich hinweg? Im Laufe der Jahrtausende werden auf Dir Häuser errichtet und verschwinden wieder. Bäume, Tiere, Menschen kommen und gehen und lassen ihre Spuren zurück. Die Jahreszeiten wechseln. Du bist im Winterschlaf gefroren, zu neuem Leben erwacht, ausgetrocknet und von Herbststürmen durchnässt.
- Luft: Du stehst über einer Stadt, wehst über ein Land. Wirst schneller und wilder, drehst Dich und bist dann wieder völlig ruhig. Spüre wie die Gedanken der Menschen Dich mit Gedanken und Wünschen füllen und wie Du ihre Wolken über den Himmel bläst. Sei überall auf der Welt zur gleichen Zeit und treibe dann wieder nur ein einziges Blatt auf der Straße vor Dir her...
- Feuer: Was für ein Feuer bist Du? Eine kleine Kerzenflamme, ein Funke oder doch ehr ein Osterfeuer oder gar ein Waldbrand? Verändere deine Größe und Hitze. Bist Du zu Anfang klein, so dehne Dich aus, bist Du groß und heiß, werde zu einer kleinen Flamme. Was verbrennst Du und warum? Die Dinge die verbrannt sind machen Platz für neues.
Ortswechsel
Manchmal wünschen wir uns wo anders zu sein, fort an einem Ort der uns einfach nur guttut. Vielleicht wärst Du gerne am Meer, oder auf einem hohen Berg, im Urwald oder tief unten im Meer. Vielleicht aber auch einfach in einem Wald oder an irgendeinem anderen Ort den Du gerne magst oder der Dir etwas zu geben hat. Nur zu. Es hindert Dich keiner daran, im Traum an diese Orte zu reisen und dort zu tun was immer Du willst. Der einzige Mensch der Dich daran hindern kann, bist Du selbst.


