Es gibt mittlerweile unheimlich viele unheimlich bunte Zahnbürsten in zum Teil ganz verrrückten Formen. Ich bin da immer etwas mißtrauisch (zunehmend mit steigendem ausgefallenheits Grad). Also ging ich einmal auf die Suche danach, worauf man bei Zahnbürsten alles achten kann:
Handzahnbürsten
Besonders geeignet sind Kurzkopfzahnbürsten. Bei den Zahnbürsten mit zu großem Kopf kommt man nicht weit genug hinten in den Gaumen und vernachlässigt damit die Zähne die ganz hinten nahe am Kiefer liegen sehr leicht. Bei gesundem Zahnfleisch kannst du eine mittlere Härte wählen. Die harten Zahnbürsten reizen oft das Zahnfleisch und sind nicht wirklich optimal. Für gesundes Zahnfleisch und zur Vorbeugung von Parodontose ist die Härte der Borsten nur zweitrangig. Allerdings sollten die Enden der Büschel auf der Zahnbürste abgerundet sein um das Zahnfleisch zu schonen. Der Zahnschmelz ist so hart, dass die Borsten ihm nichts anhaben können. Allerdings wird es bei freiliegenden Zahnhälsen und krankem Zahnfleisch kritisch und du solltest besser nur eine Zahnbürste mit weichen oder höchstens mittleren Borsten verwenden.
Um schwer zugängliche Stellen gut zu erreichen kann man auch nach Zahnbürsten Ausschau halten die „multitufted“ (= vielbüschelig) sind. Wichtig ist auch ein rutschfester, handlicher Griff. Es gibt auch mittlerweile wohl auch u-förmige Zahnbürsten mit dem Namen „Mehrkopfzahnbürsten“. Diese reinigen die Zähne gleichzeitig von beiden Seiten der Zahnreihen und auf der Kaufläche. Darüber wie gut diese Zahnbürsten die Zähne reinigen gibt es jedoch kaum bis wenige Studien.
Naturborsten sind innen hohl und sind viel anfälliger dafür, dass Bakterien sich daran ansammeln. Eine Zahnbürste mit Kunststoffborsten bleibt länger benutzbar. Wenn du dich doch für eine Zahnbürste mit Naturbürsten entscheidest, solltest du diese häufiger wechseln.
Beim Zähneputzen solltest du nicht zu fest drücken. Du kannst hierzu einen Versuch mit deiner Zahnbürste und einer Küchenwaage machen: Stell die Waage auf 0 und drücke die Zahnbürste auf die Waage bis sie 150 g zeigt. Du wirst dich wundern, wie sanft das ist. Schau dir einmal deine gebrauchte Zahnbürste an, wenn die Büschel der Zahnbürste verbogen sind und zur Seite abstehen, dann ist der Druck, den du beim Zähneputzen ausübst, viel zu fest. Das Problem bei zu festem Druck ist, dass deine Zähne nicht richtig gereinigt werden. Falls du freiliegende Zahnhälse hast, dann können diese zusätzlich beschädigt werden, sie Weisen dann typische, keilförmige Defekte auf die dir über kurz oder lang Schmerzen zufügen können.
Lagern solltest Du die Zahnbürste aufrecht in einem Becher oder Glas stehend und zwar mit dem Kopf nach oben. Nach dem Zähneputzen kannst du die Zahnbürste ein paar mal über dem Becken aufschlagen um überflüssige Feuchtigkeit zu entfernen, so dass die Zahnbürste schneller trocknen kann und Bakterien sich nicht so schnell ansiedeln können.
Die Zahnbürste sollte mindestens 6 mal im Jahr gewechselt werden, also im Schnitt alle zwei Monate. Wenn du eine Bürste mit Naturborsten verwendest sogar öfter, bis zu einmal im Monat. Auch solltest du dann darauf achten, die Zahnbürste nach dem Putzen gut abzuschütteln.
elektrische Zahnbürsten
Längere Zeit galten elektrische Zahnbürsten als Spielerei, aber bei richtiger Verwendung sind elektrische Zahnbürsten (besonders die neuen ZM Zahnbürsten im nächsten Abschnitt) den Handzahnbürsten überlegen.
Die elektrische Zahnbürste nimmt dir automatisch, viele der Bewegungen ab, die zu einer sinnvollen Zahnputztechnik gehören. Zahnbürsten mit Anpresskontrolle helfen Dir die Zähne und das Zahnfleisch zu schonen.
Die Sicherheit bei elektrischen Zahnbürsten entspricht hier in Deutschland recht strengen Vorschriften und es sind bisher keine Unfälle bei sachgemäßen Gebrauch beobachtet worden.
Wir haben auch eine elektrische Zahnbürste zu Hause. Allerdings habe ich längere zeit doch eine Handzahnbürste verwendet, da meine Füllungen immer wieder am herausbrechen waren. Das lag nicht an der Zahnbürste an sich, sondern an dem Zustand meiner Zähne. Jetzt wo alles repariert ist, nehme ich auch wieder die elektrische Bürste.
ZM Zahnbürsten
Was ist eine ZM Zahnbürste, habe ich mich gefragt, als ich darauf bei meine Recherchen traf. Eine ZM Zahnürste ist eine Schallzahnbürste. Der Borstenkopf schwingt bei dieser elektrischen Zahnbürste mit etwa 30.000 bis 40.000 Bewegungen in der Minute. Das ist 10 mal schneller als eine normale elektrische Zahnbürste. Zusätzlich dazu werden noch etwa 8.800 Seitwärtsbewegungen vom Bürstenkopf ausgeführt (z.B. Professional Care 7000). Durch die hohe Schwingung werden die Zähne sehr gründlich gereinigt und das Zahnfleisch wird zusätzlich gestärkt, da Wirkstoffe hier besser aufgenommen werden können. Der Zahnpastaschaum kann durch die hohen Schwingungen besser an unzugängliche Stellen gelangen.
Durch diese Zahnbürsten sollen nachweislich Bakterien, Plaque und Zahnfleischentzündungen vorgebeugt werden, wenn man sie regelmäßig gebraucht. Verfärbungen der Zähne werden von Kaffee, Nikotin, Rotwein, Tee etc. werden zuverlässig beseitigt ohne den Zahnschmelz anzugreifen.
Infektionsgefahr durch Zahnbürsten
Es gibt so einen Klischee-Spruch: „Eigentlich ist es ein Wunder, dass wir durch die Benutzung einer Zahnbürste nicht krank werden.“ Vielleicht stimmt das auch, obwohl ich eigentlich immer gegen eine „klinisch Reine“ Umwelt bin. Wir benötigen einen gewissen Grad an Forderung unseres Immunsystems um es nicht nur zu erhalten sondern auch zu stärken. Dennoch gibt es Gründe bei der Mundhygiene auch diesen Aspekt zu berücksichtigen. Das Infektionsrisiko über die Zahnbürste bei gesunden Menschen ist sehr gering. Trotzdem sollte jeder darauf achten seine eigene Zahnbürste zu haben, die er mit niemandem teilt. Was Keime angeht die für Karies und Zahnfleischentzündungen verantwortlich sind: diese sind bereits nach wenigen Stunden auf einen kleinen Bruchteil reduziert. Anders sieht das mit Eitererregern aus, die selbst nach Stunden noch fast in der selben Anzahl vorhanden sein können. Keime die Parodontose auslösen können durch kleinste Verletzungen der Mundschleimhaut leichter eindringen als Kariesbakterien.
Man kann sich gut vor Infektionen mit der Zahnbürste schützen, wenn man diese richtig behandelt.
Wenn du gesund bist:
- spüle die Zahnbürste nach dem Putzen gründlich unter dem Wasser ab und entferne sichtbare Verunreinigungen
- schlage die Zahnbürste ein paar mal über dem Waschbecken aus, damit die Zahnbürste schneller trocknen kann
- lagere die Zahnbürste mit dem Kopf nach oben stehend in einem Becher oder Glas an einem „luftigen“ Ort, d.h. nicht im Badezimmerschrank oder in der Schublade
- wechsle deine Zahnbürste nach höchstens zwei Monaten, wenn du Naturborsten verwendest nach höchstens einem Monat
Wenn du krank bist:
- bei schweren Mund- oder auch Allgemeinerkrankungen benutze zwei verschiede Zahnbürsten (eine für morgens, eine für abends). Wechsle in diesem Fall die Zahnbürsten wöchentlich
- wechsle die Zahnbürste auch noch mal nach vollständiger Genesung
Du kannst deine Zahnbürste auch zwischendurch entkeimen. Hierzu musst Du sie nur bei niedrigen Temperatur in der Spülmaschine waschen. Es gibt zwar teure Produkte im Handel die eine Dauerentkeimung der Zahnbürste versprechen, jedoch ist der Nutzen dieser Produkte zweifelhaft. Übrigens haben Zahnpastareste auf den Borsten eine gute keimabtötende Wirkung.


