Wenn du mit dem meditieren beginnst, kann es sein, dass es dir zunächst schwer fällt über längere Zeit konzentriert bei der Sache zu sein. Habe Geduld mit dir. Wenn du merkst, dass es an einem Tag oder generell am Anfang nicht so gut geht, verlange dir nicht mehr ab, als dir gut tut, so wirst du diese wertvolle Quelle schneller wieder aufgeben, als du ihren Wert erkennen kannst. Wenn du merkst, es klappt nicht so gut, dann bleibe lieber kurze Zeit ganz bei der Sache als dich über lange Zeit zu quälen. Es kommt letztlich nicht darauf an, wie lange du das Ganze machst, sondern wir gut deine Konzentration mitmacht. Das kann je nachdem wie es dir geht ganz unterschiedlich sein. Ich gebe dir hier ein paar Tipps, die dir helfen können viel für dich zu gewinnen, wenn du das möchtest. Wenn du das Gefühl hast, dass es dir zu viel ist, weil so viele unverarbeitete Dinge auf dich einstürmen und diese dich zu sehr belasten, dann kannst du die Übungen auch nur durchlesen gerne auch immer wieder. Das hilft auch schon, manchmal kommt der richtige Augenblick für eine Meditation ganz unvermittelt von selbst und man führt sie dann von allein aus. Diese Meditationen, die aus der Situation ihre Richtigkeit erhalten sind sehr Fruchtbar und ein Glück für das es sich dankbar zu sein lohnt. Wenn so viele Dinge dich in Ketten halten, kann es unter Umständen mehr Schaden dich aus deinem Willen heraus zu einer Meditation zu zwingen. Bitte höre in diesem Fall auf dein Bedürfnis, dass dahinter steckt, dem Bedürfnis diese Dinge so weit zu klären, dass sie dich nicht mehr überfallen können, so dass du dich sicher fühlen kannst. In diesem Fall kann es gut für dich sein dir professionelle Hilfe zu holen um dir über diese Dinge klar zu werden und aber auch jemanden zu haben der dich auffangen kann, wenn es nötig sein sollte.
Ich habe die Übungen so ausgewählt, dass sie zum einen möglichst einfach durchzuführen sind und dass du in ganz kleinen Schritten anfangen kannst. Probiere zunächst die Anfängerübungen aus. Es ist dabei eigentlich nur wichtig ganz bei der Sache zu sein und die eigene Konzentration zu finden. Wenn du merkst, dass deine Konzentration nicht mehr mitmacht, nimm dir eine kurze Zeit die Meditation zu beenden anstatt sie einfach abzubrechen (wie das geht folgt noch). Wie gesagt, sei geduldig mit dir, verurteile dich nicht dafür, dass du deinen Erwartungen nicht entsprochen hast. Du machst die Übungen nicht um der Übungen willen, oder um besonders gut zu sein (was auch immer das bedeuten mag), sondern die Übungen sollen für dich da sein, dass sie dir gut tun, dass sie dir helfen, wieder Zugang zu dir zu gewinnen, dass sie dir helfen immer mehr du selbst zu werden.
Einen kleinen Hinweis möchte ich noch zur Quigong-Übung geben oder falls es noch irgendwo anders auftreten sollte: In den asiatischen Meditationstraditionen wir die Welt oft als Illusion bezeichnet und die Meditation dient dort dazu die Illusion zu überwinden um frei von der Welt zu werden. Die Meditationen hier sollen dich nicht von der Welt entfernen sondern vielmehr weiter in die Welt integrieren. Ich möchte hier auf jeden Fall die asiatische Philosphie der Welt als Illusion und dem Streben zum Nichts ausklammern. Nicht, weil ich sie grundsätzlich ablehnen würde, sondern weil sie hier nicht zweckmäßig ist. Die Meditationen sollen dir helfen wieder Zugang zu dir zu finden und das Gefühl für deine Zugehörigkeit zur Welt zu stärken, damit es dir leichter fällt dich von deinen Ängsten und Sorgen zu befreien und wieder aufzuatmen.
- Am Anfang kann es dir helfen regelmäßig zu einer bestimmten Zeit zu meditieren. Das muss nicht täglich sein, lege dir einfach Zeiten fest zu denen du meditieren möchtest. Wenn es ein „fester Brauch“ wird, wird es dir leichter fallen, es überhaupt zu tun und deine Konzentration mitzubringen. Du wirst feststellen, dass du dich nach einer Zeit schon vorher ein wenig darauf einstimmen wirst. Dein Herz wird also auch da sein, weil es Zeit hat sich darauf einzustellen sich selbst zu begegnen und anzukommen. Wie der Fuchs zum kleinen Prinzen sagt: ’ „Es wäre besser gewesen, du wärest zur selben Stunde wiedergekommen.“, sagte der Fuchs. „ Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen, glücklich zu sein. Je mehr die Zeit vergeht, umso glücklicher werde ich mich fühlen. Um vier Uhr werde ich mich schon aufregen und beunruhigen; ich werde erfahren, wie teuer das Glück ist. Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll… Es muss feste Bräuche geben.“’ Betrachte die regelmäßigen Zeiten die du für dich planst als Verabredung mit dir selbst, so erweist du dir selbst aufrichtige Liebe.
- Bevor du anfängst und nachdem du aufhörst nimm dir ein paar Minuten Zeit einfach da zu sein. Setz dich einfach einen Moment hin und komme an. Hinterher bleib noch einen Moment sitzen und komme wieder ganz in deinem alltäglichen Bewusstsein an. Wenn du sofort beginnst, kann es sein, dass du zunächst zu unruhig bist und es nicht gelingt. Wenn du einen Augenblick wartest, kannst du dir sagen: ich bin jetzt da und wenn ich bereit bin fange ich an. Wenn du nach der Meditation unmittelbar gehst, kann sich das anfühlen als wenn du morgens zu schnell aufstehst. Es wird sich unangenehm anfühlen, weil ein Teil von dir dann dort bleibt und nicht mitkommt. Das tut nicht gut.
- Eigentlich kannst du jederzeit und überall meditieren. Das hängt auch davon ab, wie gut du deine Konzentration von der Umwelt abziehen und nach innen richten kannst. Mit ein wenig Übung wird es dir sogar gelingen im Bus auf dem Weg zur Arbeit oder beim Warten beim Arzt dir ein paar kleine Minuten der Erholung zu gönnen. Anfangs kann es dir aber helfen äußere Störungen weitestgehend auszuschalten. Besonders auch um nicht aus der Meditation gerissen zu werden. Das gleiche gilt auch für die Notfallübungen. Wenn du sie vorher übst, werden sie dir in der akuten Situation zuverlässiger helfen können. Das ist wie beim Fahrradfahren: wenn du einmal weißt wie es sich anfühlt es zu tun, dann brauchst du dich um es zu tun nur noch an das Gefühl erinnern und dein Körper und Geist wird es von allein ausführen.
- Wenn du merkst, dass du immer wieder mit deinen Gedanken abschweifst, wenn du dich irgendwie nicht gut fühlst, dann versuche entweder eine andere Position einzunehmen, wenn du körperliches Unbehagen empfindest (nach einer Zeit wirst du die für dich richtige Position finden, in der du am besten meditieren kannst), oder nimm dir noch mehr Zeit einfach in der Gegenwart anzukommen. Falls es dann immer noch nicht geht, sei lieb zu dir. Sag dir einfach, dass du es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal probieren wirst, und dass es nicht schlimm ist. Es ist ebenso wie es ist. Nimm Rücksicht auf dich und zwing dich nicht.


